24. Februar 2017

Landfrauen üben Kommunikation

Clusorth-Bramhar. Wie kann ich Verbraucher ansprechen und ihnen von meiner Arbeit erzählen? Wie gelingt es mir, meine Begeisterung für das Landleben weiterzugeben? Wie kann ich kritischen Fragen begegnen? Diese und andere Fragen beschäftigten 15 Landfrauen während eines Seminars des Landfrauenverbandes Weser-Ems.

In der Empfangshalle sitzen die Frauen rund um einen schweren Eichentisch. Der ganze Raum strahlt mit seinen Möbeln und dem alten Kamin eine Behaglichkeit aus, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben dürfte. Gar nicht alt sehen die Ideen der Frauen aus. Hier im Haus von Agnes Witschen, stellvertretende Vorsitzende des Landfrauenverbandes Weser-Ems, sprudeln während des Tagesseminars nur so die Ideen. Referentin Ines Ruschmeyer von HofConnect rät den Frauen, genau darauf zu achten, mit welchem Kenntnisstand Interessierte zu ihnen kommen. Wichtig sei auch herauszuhören, welche Informationen sich die Besucher wünschen. Auf keinen Fall könne man in einer Aktion die ganzen Zusammenhänge und die Auswirkungen auf alle Bereiche der Erde erklären. Das überfordere die Zuhörer schlichtweg. Sie rät den versammelten Landfrauen, auf den individuellen und betrieblichen Stärken aufbauend eine zielführende Öffentlichkeitsarbeit zu gestalten. Zu Anfang stehe die Überlegung: „Welche Geschichte habe ich zu erzählen?“ Gerade auf landwirtschaftlichen Höfen sei das Themenspektrum breit. Von Aussaat über Ernte, Maschinenpflege, Tierhaltung oder Leben auf dem Hof gebe es viele spannende Themen.

Im praktischen Teil des Seminars überlegten die Frauen, mit welchen Aktionen sie bestimmte Zielgruppen ansprechen können. Für Schulkinder biete sich beispielsweise eine AG an. Hier könne man einen Hofbesuch mit Lerninhalten verbinden und bei einem gemeinsamen Kochen gleich praktisch anwenden. Für Kinder, die vom Kindergarten auf die Schule oder auf eine weiterführende Schule wechseln, könne man einen Abschlussabend mit Grillen und Planwagenfahrt anbieten. Gemeinsames Stockbrotbacken und Toben im Heu könnten den spannenden Abend abrunden. Lore Borgmann aus Emlichheim fasste die Ideen ihrer Kleingruppe wie folgt zusammen: „Wo immer möglich, müssen wir präsent sein und uns zeigen. Landwirtschaft sollte bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten einen Raum finden.“ Ob es nun ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt oder Dorffest sei oder als Sponsor einer Fußballmannschaft, Möglichkeiten gebe es genug. Am Schluss stand für die Landfrauen fest: Ideen sind genug da, jetzt müssen wir sie nur noch umsetzen.