27. November 2017

Mehr Bewusstsein schaffen für betriebliche Altersvorsorge

Meppen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) tritt ab dem 1.1.2018 in Kraft. Welche Änderungen und Vorteile ergeben sich dadurch für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

betriebliche AltersvorsorgeDieser Fragestellung stellten sich am Dienstag die Mitarbeiter des Emsländischen Landvolkes in Meppen in Zusammenarbeit mit der Landvolkdienste GmbH. Thema des Vortrages: die wichtigsten Eckdaten und Änderungen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes, das ab dem 1.1.2018 in Kraft tritt.
Ziel des Gesetzes ist es, die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) insb. bei kleinen und mittelständischen Unternehmen zu erhöhen. Vor allem die Durchschnitts- und Geringverdiener werden gefördert. Somit soll der steigenden und drohenden Altersarmut im Rentenalter entgegengewirkt werden.

Prüfen von bestehender Altersvorsorge kann sich lohnen!

Die Änderungen im Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) haben Vorteile für den Arbeitnehmer sowie für den Arbeitgeber. Ab dem kommenden Jahr kann der Arbeitnehmer acht Prozent (in Euro: 520,00 €/Monat), nicht wie bisher vier Prozent, der Beitrags-bemessungsgrenze steuerfrei besparen für die Altersvorsorge. Die Sozialversicherungsbeiträge bleiben weiterhin bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei.
Bei einer Entgeltumwandlung der Arbeitnehmer spart der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge. Diese eingesparten Beiträge müssen ab dem 1.1.2019 (bei neuen Verträgen) und ab dem 01.01.2022 bei bereits bestehenden Entgeltumwandlungen mit 15 % Zuschuss des Arbeitgeber an die Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers weitergegeben werden. Somit lohnt sich ein prüfen der bereits bestehenden Altersvorsorge.
Vor allem für Arbeitnehmer mit geringem Einkommen ist der Aufbau einer soliden Altersvorsorge sehr schwer. Arbeitgeber, die sich für die Altersvorsorge ihrer geringverdienenden Mitarbeiter einsetzen, werden von den neuen Regelungen im Gesetz besonders profitieren. Förderfähig sind monatliche Bruttogehälter von bis zu 2.200,00 € (exkl. Urlaubs-, Weihnachtsgeld, Jubiläumszuwendungen, Gratifikationen, etc.). Gefördert werden jährliche Beiträge von mindestens 240,00 € bis maximal 480,00 €. Der Arbeitgeber kann eine Förderung von 30 % auf die finanzierten Beiträge erstattet bekommen. Dafür verrechnet er im Folgemonat die Erstattung ganz einfach mit seiner Lohnsteuer-Schuld. Für den Arbeitnehmer ist diese Art der Altersversorgung steuer- und sozialversicherungsfrei. Zu beachten ist allerdings, dass die neue Förderungsmöglichkeit nur bei neuen Beiträgen zur Altersversorgung greift und nicht bei bereits abgeschlossenen arbeitgeberfinanzierten Beiträgen zur Altersversorgung.

Im landwirtschaftlichen Bereich kann die arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge eine positive Option sein im Hinblick auf die geringfügige Beschäftigung von Ehefrauen oder Ehegatten. Somit kann ein weiterer Baustein der Altersvorsorge auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, zusätzlich zur Landwirtschaftlichen Alterskasse, abgedeckt werden.
Für Unternehmen bedeutet das Einsetzen für die Altersvorsorge der Mitarbeiter, die Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels ist dies ein entscheidender Vorteil.

Falls Sie eine Beratung wünschen, wenden Sie sich bitte an:

Dipl. Ing. Agr. Barbara Gladen
Landvolkdienste GmbH im Haus der VEL An der Feuerwache 12, 49716 Meppen,
Tel. 05931 9332 452
Mobil 0151 46717235
Email: barbara.gladen@landvolkdienste.de