Mit einer Abschlussveranstaltung im Februar in Emsbüren ist das Projekt „Nachhaltiges Wassermengenmanagement in den Einzugsgebieten Ahlder und Engdener Bach“ zu Ende gegangen. Der Vechteverband hatte im Jahr 2023 einen Antrag zur Förderrichtlinie „Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft“ des Landes bei der N Bank gestellt und einen Förderbescheid erhalten. Projektpartner sind der TAV Bad Bentheim, Schüttorf Salzbergen Emsbüren sowie die beiden Wasser- und Bodenverbände Ahlder Bach und Engdener Bach.
In den Fachvorträgen wurde die Dringlichkeit eines vorausschauenden integrativen Wassermengenmanagements deutlich. Godehard Hennies, Hauptgeschäftsführer des Wasserverbandstages, sprach sich für größere Handlungsspielräume bei Maßnahmen zum Wasserrückhalt im übergeordneten öffentlichen Interesse aus. Roberto da Costa Goncalves, Leiter des Fachbereiches Umwelt beim Landkreis Grafschaft Bentheim zeigte anhand regionaler Daten die stark gestiegenen Wasserentnahmen und machte klar: Nicht die Menge des Niederschlags, sondern der Umgang mit dem Wasser entscheidet über die Zukunftsfähigkeit der Region.
Die Ergebnisse des Projekts präsentierten Dr. Stephan Hannappel (HYDOR Consult GmbH) und Katja Eulitz (DHI). Zentrale Erkenntnis: Aufgrund der geologischen Gegebenheiten mit stark durchlässigen Sandböden liegt der größte Hebel im Gewässermanagement. Modellgestützte Analysen zeigen, dass insbesondere steuerbare Stauanlagen in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie Sohlanhebungen deutlich positive Effekte auf die Grundwasserstände im Frühjahr und Sommer erzielen können, also dann, wenn das Wasser für die Pflanzen am nötigsten gebraucht wird. Im Bereich größerer landwirtschaftlichen Flächen in Ahlde und Engden wird es spürbare Verbesserungen geben. Die 53 an unterschiedlichen Standorten entwickelten Maßnahmen werden gezielt dort geplant, wo realistische Wirkungen zu erwarten sind – vor allem im Umfeld der Gewässerläufe.
In der anschließenden Diskussion wurde intensiv über Akzeptanz, Zuständigkeiten und Zielkonflikte zwischen Wasserrückhalt und ökologischer Durchgängigkeit im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gesprochen. Deutlich wurde dabei: Der Erfolg der Umsetzung hängt maßgeblich von Kooperation, Kommunikation und Vertrauen zwischen den Akteuren ab. Vertreter der Landwirtschaft betonten das hohe Interesse an Wasserrückhalt und die Bereitschaft zur Mitwirkung.