Ende Februar fand die Abschlussveranstaltung zum Projekt „Nachhaltiges Wassermengenmanagement im westlichen Emsland“ in Haren statt. Im Auftrag des „Kreisverbands Emsland-Mitte für Gewässer und Wege“ hatte das Büro HYDOR Consult aus Berlin in Kooperation mit der pro- t-in GmbH in Lingen über drei Jahre hinweg Werkzeuge zur Anhebung des Wasserstandes und zur Verzögerung des Abflusses in den Gräben der Region entwickelt – in enger Abstimmung mit den betroffenen Land- und Forstwirten vor Ort.
Der Rückgang der Grundwasserspiegel und extreme Herausforderungen wie Starkregen und Dürrephasen erfordern einen Umbau der Wasserwirtschaft. Am Beispiel der Gewässer „Süd-Nord-Kanal“, „Mersbach“, „Goldbach“ und „Wesuwer Schloot“ entwickelte HYDOR Consult ein Modell zur Steuerung der Wasserstände. Steuerungsinstrumente sind aktive und passive Stauhaltungen sowie einzelne Grabenrückbauten. So könnten die Wasserstände teils 20 Zentimeter, teils bis zu 40 Zentimeter angehoben werden.
Dabei soll aus Sicht der Landwirtschaft sowie der Wasserverbände nicht zwischen Gewässern zweiter und dritter Ordnung unterschieden werden. Eine Forderung, der das Land mit Hinweis auf die Wasserrahmenrichtlinie begegnet, die grundsätzlich eine Durchgängigkeit der Gräben fordert. „Brüssel gibt nicht vor, dass die Durchgängigkeit gegeben sein muss. Eine Abweichung müsse allerdings begründet werden“, erläuterte dazu Godehard Hennies, Geschäftsführer des Wasserverbandstages e.V. Bremen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt.
Die Voraussetzungen für eine schnelle Umsetzung des Konzeptes und die Implementierung eines nachhaltigen Wassermengenmanagements seien im Emsland hervorragend, erklärte Godehard Hennies und verwies auf die langjährige Kooperation von Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Naturschutz und Landkreis. Das bestätigte auch Lambert Hurink, der sich von dieser Kooperation schlanke Genehmigungsverfahren und eine schnelle Umsetzung erhofft. „Die Landwirtschaft will!“, unterstrich der Geschäftsführer des Emsländischen Landvolkes.