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Positionspapier mit zehn Erwartungen an die Politik

Beim ersten „Niedersächsischen Agrarfrühstück“ im Rahmen der Grünen Woche in Berlin setzten die niedersächsische Landesregierung und das Landvolk Niedersachsen ein agrarpolitisches Signal. Ministerpräsident Olaf Lies und Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies tauschten sich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und Wirtschaft über die Herausforderungen für das Agrarland Niedersachsen im Jahr 2026 aus. 

Das Landvolk Niedersachsen formulierte dazu zehn zentrale Erwartungen an die Politik.

  1. Anerkennung und Stärkung der Agrar- und Ernährungswirtschaft als Schlüsselbranche in Niedersachsen sowie politische Unterstützung für Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und Export
  2. Verlässliche und langfristige politische Rahmenbedingungen zur Sicherung nachhaltiger Investitionen und Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe
  3. Bürokratieabbau durch weniger Detailregelungen, reduzierte Dokumentationspflichten, digitale Lösungen und schnellere Genehmigungsverfahren
  4. Erleichterung von Investitionen durch vereinfachte Förderverfahren, rechtliche Freiräume und beschleunigte Genehmigungen bei Stallbau und Modernisierung
  5. Zukunftsfähige Weiterentwicklung der Tierhaltung mit gezielter Förderung tierwohlgerechter Umbauten, stabilen Beständen und aktivem Wolfsmanagement
  6. Praxistaugliches Dünge- und Pflanzenschutzrecht mit wissenschaftsbasierten Vorgaben, weniger Bürokratie und stärkerer Orientierung an betrieblichen sowie klimatischen Bedingungen
  7. Klimaschutzmaßnahmen mit Fokus auf Effizienz, Produktivität und praxisgerechte Lösungen statt zusätzlicher Auflagen
  8. Konsequenter Schutz landwirtschaftlicher Flächen und Vorrang der landwirtschaftlichen Nutzung bei gleichzeitig produktionsintegrierter Kompensation
  9. Stärkere Förderung betrieblicher Kooperationen und verlässliche Honorierung von Umweltleistungen in bestehenden Partnerschaftsmodellen
  10. Stärkung des ländlichen Raums auf EU-Ebene durch weniger Regulierung, mehr regionale Gestaltungsspielräume und bessere Förderbedingungen für Innovation und Entwicklung.