Der Nährstoffbericht 2024/2025 der Landwirtschaftskammer Niedersachsen belegt, dass die niedersächsische Landwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren erhebliche Fortschritte beim Nährstoffmanagement erreicht hat. Die Zahlen sprechen für das inzwischen aufgebaute transparente, risikoorientierte kontrollierte Nährstoffkreislaufsystem und gegen weitere pauschale Verschärfungen. „Die Versorgung unserer Böden mit Nährstoffen nimmt in Teilen Niedersachsens langsam kritische Formen an“, sagt Landvolkpräsident Holger Hennies. Deshalb brauche Niedersachsen einen ausgewogenen Rechtsrahmen, der Gewässerschutz, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und den langfristigen Erhalt fruchtbarer Böden gleichermaßen berücksichtige.
Im Emsland und der Grafschaft Bentheim liegen die Stickstoff-Ausbringungswerte durchschnittlich bei 145 bzw. 154 kg N/ha. Diese Werte liegen absolut im grünen Bereich. Lediglich bei den Phosphatdüngesalden liegen wir im leichten Plus mit 13 und 8 kg/ha. Hier gehen die Werte aber auch in den letzten Jahren kontinuierlich nach unten. Die überbetriebliche Nährstoffverwertung durch den AVD in unserer Region ist seit 30 Jahren über einen Kooperationsvertrag mit den Landkreisen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen transparent und sehr gut aufgestellt.
Belegt wird das durch Berechnungen und Plausibilitätsprüfungen der Daten aus dem ENNI-System der Düngebehörde. In ganz Niedersachsen liegt der Stickstoffdüngesaldo landesweit bei rund -38.000 Tonnen Stickstoff (N) unter dem zulässigen Niveau. Durch die bis Januar 2025 noch gültige pauschale Zwangsabsenkung der Düngung in den sogenannten Roten Gebieten von 20 Prozent unter dem Bedarf fehlen zusätzlich mehr als 26.000 Tonnen Stickstoff.
Das bedeutet, dass die Landwirte ihre Kulturen in den besonders stark eingeschränkten sogenannten Roten Gebieten nur schlecht versorgen durften. „Der Bedarf der Pflanzen im Roten Gebiet ist ja genauso hoch, wie auf anderen Feldern“, erläutert Hennies, der sich wie seine Berufskollegen auf die wissenschaftlich basierten Düngeempfehlungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen verlässt. Diese Mangelernährung gefährde dagegen auf Dauer nicht nur die Ertrags- und Qualitätsbildung der Pflanzen, sondern durch den Humusabbau auch die Bodenfruchtbarkeit in weiten Teilen Niedersachsens. Immerhin handele es sich dabei um rund ein Drittel der Agrarflächen in Niedersachsen.
Kritisch sieht das Landvolk weiterhin die Darstellung zur Gewässersituation in Niedersachsen. Zum einem mache die regionale Aufteilung der Messtellen nach Regierungsbezirken hydrologisch keinen Sinn und zum anderen weigere sich die Landesregierung trotz der juristischen Niederlage beim Streit um die „fingierten Messstellen“ hartnäckig, fragwürdige Messstellen insbesondere in Ostniedersachsen aus der Bewertung zu nehmen.
Auch die Art der Darstellung der Ursachen von Nährstoffeinträgen in Oberflächengewässer ist befremdlich. „Die unterschwellige Schuldzuweisung an die Landwirtschaft ist für uns unhaltbar. Andere mögliche Quellen geraten dabei aus dem Blick, während der Eindruck entsteht, die Probleme seien allein auf die Landwirte zurückzuführen. Diese Darstellung greift zu kurz“, kritisiert Hennies. Das Landvolk fordert daher eine „ehrliche Analyse“.