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Hauptausschuss der VEL: Landwirtschaft braucht Verlässlichkeit

Im Rahmen seiner Sitzung in Haren hat sich der Hauptausschuss der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes mit wichtigen verbandspolitischen Themen befasst. Das wahlberechtigte Gremium, dem Vertreter der Ortsvereine aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim angehören, verabschiedete den vorläufigen Jahresabschluss 2025, den Haushaltsplan für 2026 sowie eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge.

 

Zu Beginn der Versammlung begrüßte VEL-Präsident Georg Meiners die Delegierten und ging auf die aktuelle Situation der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region ein. Insbesondere die schweinehaltenden Betriebe stünden weiterhin vor großen Herausforderungen. Der notwendige Umbau der Tierhaltung verlange hohe Investitionen, während gleichzeitig die politischen Rahmenbedingungen vielerorts unklar blieben. Meiners machte deutlich, dass die Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe zunehmend von kommunalen Entscheidungen abhänge. Umso wichtiger seien ein konstruktiver Dialog und die Zusammenarbeit mit Kommunalpolitik und Verwaltungen.

VEL-Hauptgeschäftsführer Lambert Hurink erläuterte im weiteren Verlauf die Hintergründe der Anpassung der Mitgliedsbeiträge, der die Delegierten einstimmig zustimmten. Darüber hinaus berichtete er aus der Arbeit der Geschäftsstellen. Die VEL beschäftigt an ihren vier Standorten insgesamt rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Als Gastredner begrüßte die VEL den Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landvolks, Stefan Ortmann. Der 58-jährige Ökonom und Verwaltungsrechtsexperte trat zum Januar 2026 die Nachfolge von Helmut Brachtendorf an und übernahm die Hauptgeschäftsführung des Landesbauernverbandes.

In seinem Vortrag stellte Ortmann die aktuellen Herausforderungen für Landwirtschaft und Agrarpolitik in den Mittelpunkt. Landwirtschaft sei weit mehr als ein Wirtschaftszweig, betonte er. Sie sichere Wertschöpfung, Beschäftigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum. Gleichzeitig bewege sie sich in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen und politischer Zielsetzungen.

Zugleich machte Ortmann deutlich, dass die Betriebe mehr unternehmerische Freiräume benötigen. Landwirte seien Unternehmer und müssten auch in der öffentlichen Wahrnehmung stärker als solche wahrgenommen werden. Die aktuelle wirtschaftliche Lage beschrieb er als angespannt, da schwache Erzeugerpreise, hohe Kosten und zunehmend unberechenbare klimatische Bedingungen viele Betriebe unter Druck setzen.

Besondere Bedeutung misst Ortmann der Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen bei. Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe gehe zurück. Umso wichtiger sei es, leistungsfähigen Betrieben Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Als einen der größten offenen Punkte in Niedersachsen bezeichnete er die fehlende Planungssicherheit für tierhaltende Betriebe. Kritisch bewertete er zudem langwierige und bürokratische Verfahren, die notwendige Entwicklungen häufig ausbremsten.

Die Aufgabe des Niedersächsischen Landvolks sei es, diese Herausforderungen mit konkreten Forderungen und Lösungsansätzen gegenüber Politik und Verwaltung zu adressieren. Gleichzeitig sprach sich Ortmann für eine stärkere Zusammenarbeit der zahlreichen landwirtschaftlichen Verbände und Organisationen in Niedersachsen aus. Nur gemeinsam könne die Landwirtschaft ihre Interessen wirksam vertreten.